BILLIG MUß NICHT IMMER AUCH GUT SEIN
oder: Qualität hat ihren Preis!
Es ist für Sie heute bei dem großen Angebot
von Fahrschulen nicht leicht, Ihre Fahrschule
zu finden! Sorgfältige Auswahl und persön-
liche Gespräche vor der Anmeldung sind Grundvoraussetzungen, um Reinfälle zu
vermeiden.
Leider sieht die Praxis oft noch anders aus: viele angehende Fahrschüler stellen sich eine Liste der Fahrschulen aus ihrem Einzugsgebiet zusammen, setzen sich ans Telefon, und dann kommen die üblichen Fragen: "Wie hoch ist die Grundgebühr? Was kostet die Fahrstunde?" Kein Wunder, daß nachher die Enttäuschung groß sein kann, wenn man sich vorher ausschließlich an den Preisen orientiert hat.
Eine sorgfältige und gründliche Fahrausbildung, z.B. für die Pkw-Fahrerlaubnis, ist selten unter 1.200,-- € zu bekommen. Eine hohe Investition - also muß die Geldanlage wohlüberlegt sein.
Preisvergleich ?
Wollen Sie sich z.B. eine neue Stereo-Anlage kaufen (etwa der gleiche Preis), werden Sie sicherlich Prospekte und Testberichte wälzen, sich beraten lassen und im Freundeskreis Rat und Erfahrungen einholen; dann haben Sie sich entschieden!
Es soll das Gerät TECHNODRÖHN XXS 2000 sein! Als preisbewußter Verbraucher werden Sie jetzt bei vielen Geschäften anrufen und Angebote einholen. Sie nennen die Artikelbezeichnung und können sicher sein, daß es sich immer um das gleiche Gerät handelt - nur zu anderen Konditionen!
Ganz anders aber im Fahrschulbereich. Hier kaufen Sie keine Ware, sondern eine Dienstleistung.
Das Ziel ist zwar auch hier immer das gleiche:
der Führerschein, aber wie werden Sie dorthin begleitet? Welche Kosten tauchen plötzlich zusätzlich auf?
Betrachten wir das obige Beispiel nochmals, könnte das mit einem allgemein gehaltenen Anruf beim HiFi-Händler verglichen werden:
Kunde: "Was kostet eine Stereo-Anlage?"
Verkäufer: "1.000,-- €."
Kunde: " Ja, gut! Gekauft!"
Doch was Sie dafür bekommen, ist vollkommen offen: Supersound oder Blechdosengerassel!
Mit dem Unterschied, daß an einer Stereo-Anlage nach dem Erwerb nicht Ihr Leben hängt!
Verzichten Sie also lieber auf die Preisabfrage beim Anruf in einer Fahrschule, sondern erkundigen Sie sich nur nach den Öffnungszeiten. Den Rest klären Sie vor Ort in einem persönlichen Gespräch. Sie möchten doch sicherlich wissen, wem Sie Ihr harterspartes Geld anvertrauen.
Suchen Sie sich eine Fahrschule, die so günstig liegt, daß Sie sie abends bequem mit Rad, Bus, Bahn oder sogar zu Fuß erreichen können. Nur wenn Sie sich dann auch noch eine Fahrschule aussuchen, die dem Fahrlehrerverband angehört, kann dieser Ihnen behilflich sein, falls doch einmal etwas schiefgehen sollte.
Fragen Sie außerdem Freunde, Kollegen, Mitschüler nach den Erfahrungen mit dieser Fahrschule: haben sie viel gelernt? War der Fahrlehrer kompetent und immer fair? Allerdings sollten Sie die Aussagen über nicht bestandene Prüfungen mit etwas Vorsicht werten; Fahrschüler fallen scheinbar immer nur durch, weil es am Fahrlehrer oder Prüfer lag und niemals an ihnen selbst.
Mit diesem Vorwissen schauen Sie sich nun eine oder mehrere Fahrschulen an. Natürlich erwarten Sie zu Recht, daß die Bürokraft Sie freundlich aufnimmt und gut informieren kann.
Schauen Sie sich den Unterrichtsraum an: hier sollen Sie mindestens 14 Doppelstunden (Kl.B) lernen. Stehen die Stühle so, daß Sie sich auch mit anderen Schülern über die Ausbildungsinhalte austauschen und ergänzen können?
Von vielen Fahrschulen werden Sie bei der Anmeldung auch einen Ausbildungspaß bekommen, in den Sie nicht nur Ihre Termine eintragen können, sondern in dem auch der organisatorische Ablauf und die Ausbildungs -inhalte nochmal erläutert werden.
Nach Möglichkeit sollten Sie auch den Fahrlehrer kennenlernen, mit dem Sie voraus - sichtlich fahren werden. Ist das zur Zeit nicht möglich, alles andere gefällt Ihnen aber bis jetzt, dann kommen Sie doch wieder und melden sich erst an, wenn der Fahrlehrer Ihnen sympathisch ist.
Doch denken Sie daran, Sie suchen einen Ausbilder und keinen neuen Kumpel!
Prüfen Sie die folgenden Punlte
- Günstige Lage
- Gutes über die Fahrschule gehört
- Verbandsfahrschule
- Schriftlicher Ausbildungsvertrag
- Theorieunterricht (Anzahl pro Woche )
- Probeunterricht möglich (Theorie)
- Lehrreicher Unterricht
- Unterrichtstermine
- Termine günstig
DER PRAKTISCHE UNTERRICHT...
...ist der größte Teil der Führerscheinausbildung. Aus diesem Grund sollten Sie hier besondere Maßstäbe bei der Suche nach Ihrer Fahrschule setzen. Fragen Sie ruhig einen "Leidensgefährten", ob es möglich wäre, während einer Fahrstunde einmal mitzufahren. Auch vor der Anmeldung und dem obligatorischen Abschluß eines Ausbildungsvertrages in der Fahrschule wird der Fahrlehrer sicherlich nichts dagegen haben. Schließlich hat er dadurch die Chance, seine Qualitäten herauszustellen.
Eigene Probefahrstunden sind aus rechtlichen Gründen nicht zulässig.
Beim Mitfahren kann man sich leichter ein Bild vom zukünftigen Ausbilder und seiner Lehrmethode machen. Sehen Sie sich auch ruhig einmal das Fahrschulfahrzeug an; nicht im Hinblick auf die PS-Leistung, sondern achten Sie lieber darauf, ob das Fahrzeug (von innen) einen gepflegten Eindruck macht, schließlich sollen Sie sich hier wohlfühlen. Finden Sie heraus, ob Ihnen der Fahrlehrer und seine Ausbildungsmethode zusagen. Stellen Sie dabei immer Ihr Ziel, die lehrreiche, kompetente, zielstrebige Ausbildung in den Vordergrund.
Fragen Sie im Anschluß nach Ausbildungspaß, Diagrammkarte oder anderen Hilfsmitteln, die Ihre Ausbildung transparent und nachvollziehbar machen, falls diese bei der Fahrstunde Ihres "Leidensgefährten" nicht zur Sprache gekommen sind oder Sie keiner Fahrstunde beiwohnen konnten.
Benutzen Sie für Ihre Erkundigungen die nachfolgende Tabelle. Denken Sie bitte immer daran, daß Sie die Ausbildung nicht nur machen, um bei der ersten Prüfung zu bestehen und damit Geld zu sparen, sondern um zu einem sicheren, verantwortungsbewußten Verkehrsteilnehmer zu werden. Ihr Fahrlehrer hilft Ihnen dabei!
Übrigens: Er darf Sie erst dann zur Prüfung vorstellen, wenn Sie die vorgeschriebenen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben (§ 6 Fahrschülerausbildungsordnung).
Prüfen Sie die folgenden Punlte
- Moderner Fahrzeugpark
- Immer derselbe Fahrlehrer
- Ausbildung nach Stufenplan
- Mitfahren möglich
- Ansprechende Lehrmethode
- Fahrstunden (Anzahl pro Woche)
DIE KOSTEN
Die Kosten sind oft der entscheidende Punkt für oder gegen eine Fahrschule.
Aber überlegen Sie, was ausschlaggebend für Sie ist. Machen Sie Ihre Entscheidung nicht an dem Preis einer Fahrstunde fest, sondern an dem, was Sie dafür bekommen: einen Einzelunterricht mit Fahrzeug und Fahrlehrer. Dieser möchte, so wie Sie, daß Sie möglichst schnell, aber ohne Defizite den Führerschein bekommen.
Daß diese Ausbildung nicht mit anderen wie z.B. Tennis oder Fitneß verglichen werden darf, obwohl diese erheblich mehr kosten, ergibt sich aus dem eigenen Interesse, ein Fahrzeug im Straßenverkehr sicher zu führen. Dieses ist aufgrund der ständig steigenden Verkehrsdichte in den letzten Jahren erheblich anspruchsvoller geworden und wirkt sich somit auch auf die Fahrausbildung aus.
Auf dem Weg zum Führerschein sollten Sie von einem qualifizierten Fahrlehrer begleitet werden. Und das hat seinen Preis.
Rechnen Sie mit:
Grundgebühren
theoretischer Unterricht,
Büroaufwendungen
Lehrmaterial:
Buch, Fragebogensatz oder
CD-ROM
Vorstellung zur Prüfung:
Theorie:
die Kosten dafür sollten in der Grundgebühr enthalten sein,
ansonsten müssen sie extra ausgewiesen werden
Praxis:
der Betrag deckt die Kosten der Fahrschule für die Aufwendungen
(Fahrlehrer + Fahrzeug) während der praktischen Prüfung.
Flexible Kosten:
Die Fahrstunden sind Ausgaben, die Sie auf keinen Fall im Vorwege berechnen können. Zwar liegt der Bundesdurchschnitt in Großstädten z.Zt. zwischen 40 und 50 Fahrstunden.
Wenn Sie konzentriert fahren und aufnahmefähig für die Erklärungen des Fahrlehrers sind, kommen Sie eher an Ihr Ziel, als unausgeschlafen oder zeitlich unter Druck stehend.
Auch bei den Sonderfahrten kann die genaue Anzahl nicht vorhergesehen werden. Der Gesetzgeber schreibt nur eine Mindeststundenzahl vor (5x45 Minuten auf Bundes- oder Landstraßen, 4x45 Minuten auf Autobahnen, 3x45 Minuten bei Dämmerung oder Dunkelheit).
Diese Sonderfahrten dürfen erst am Ende der Ausbildung gefahren werden.
Aber nur Sie allein bestimmen durch Ihr Lernverhalten die Fahrstundenanzahl.
Weiterhin entstehende Kosten:
- Sehtest
- Sofortmaßnahmen am Unfallort bzw. Erste Hilfe -Kurs
- Paßbild
- Behördengebühren
- Bearbeitung des Antrages
- Ausstellung des Führerscheins
- Gebühren der Prüforganisation für die theoretische und praktische Prüfung
Die Kostentabelle
- Grundgebühr
- Fahrstunde á 45 min
- Vorstellung zur theoretischen Prüfung
- Wiederholung der theoretischen Prüfung
- Vorstellung zur praktischen Prüfung
- Wiederholung der praktischen Prüfung
- Lehrmittel
- Sonderfahrten
- Behördengebühren
DIE AUSBILDUNGSDIAGRAMMKARTE
