Fahrlehrerverband Hamburg e.V.

Führerscheinprüfung

Wer wird schon gerne geprüft? Aber ohne geht es nun einmal nicht. Es gibt eine Reihe von Kriterien, die einen guten Autofahrer ausmachen. Wenn aber jeder für sich entscheiden soll, ob er ein guter Fahrer ist oder nicht, hat die AXA herausgefunden, sind 73% aller Deutschen der Meinung, dass sie sehr gute bis ziemlich gute Autofahrer sind. Die objektive Beurteilung des Fahrkönnens liegt in den Händen der Prüfer der Technischen Prüfstellen, die hierfür speziell geschult sind. Sie erkennen, ob eine sichere Fahrweise erlernt wurde und geben erst dann den Führerschein heraus, wenn das der Fall ist. 

Die Theorieprüfung/So läuft es in Hamburg ab

Die Fahrschule bzw. der Fahrlehrer

  • überzeugt sich davon, dass Sie prüfungsreif sind mit einer sogenannten Vorprüfung
  • meldet Sie zur Theorieprüfung an (der Prüfort und die Zeit werden zuvor mit Ihnen abgestimmt)
  • händigt Ihnen die Ausbildungsbescheinigung aus
  • sorgt für die Bezahlung der Prüfungsgebühren, die Sie zuvor in der Fahrschule entrichtet haben

Nun müssen Sie aktiv werden!

  • Sie begeben sich möglichst mindestens 15 Minuten vor Beginn der Prüfung an den vereinbarten Ort
  • Sie weisen Sie sich dort aus (Personalausweis oder Reisepass)
  • Sie geben die Ausbildungsbescheinigung ab
  • Ihnen wird ein eigener Prüfplatz an einem der Computer zugewiesen und der Ablauf erläutert
  • Sie können vor Beginn der Prüfung noch Fragen stellen
  • Sie arbeiten die Fragen durch und beantworten sie (Tipp: der erste Gedanke ist zumeist der Richtige)
  • Wenn sie fertig sind, bekommen Sie innerhalb weniger Augenblicke das Ergebnis auf Ihrem Computer zu sehen und erhalten zusätzlich einen Ausdruck, den Sie mit nach Hause nehmen können
  • Sie haben die Möglichkeit, die Fragen, die sie eventuell falsch beantwortet haben, noch einmal anzusehen 

Hinweis zur Theorieprüfung

Die Zeit, die Sie für die Bearbeitung der Fragen benötigen, steht Ihnen auch zur Verfügung. In der Regel sind die ersten Prüflinge nach ca. 10 bis 15 Minuten fertig. Das ist eine realistische Zeit, denn Sie kennen alle Fragen ja aus Ihrem Lernprogramm, sodass Sie vor Überraschungen sicher sein können. Voraussetzung ist, dass Sie mit dem Material gelernt haben, das Sie in Ihrer Fahrschule erhalten haben.

Theorieprüfung beim TÜV HANSE in Hamburg Mitte

Audiounterstützte Theorieprüfung

Die Fragen in der Theorieprüfung können mittlerweile auch via Kopfhörer angehört werden. Diese Möglichkeit steht allen offen, die nachweisen können, dass sie eine Lese-/Rechtsschreibschwäche haben. Der Antrag auf eine Audioprüfung wird beim Landesbetrieb Verkehr gestellt. Das geschieht idR mit dem Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis, den die Fahrschule beim Landesbetrieb Verkehr einreicht. Eine nachträgliche Beantragung ist ebenfalls jederzeit möglich.

Die praktische Prüfung

Der Verlauf der praktischen Prüfung ist ebenfalls klar strukturiert, birgt jedoch einige Unbekannte in sich. Als da wären die Strecke, das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt Ihre eigene Aufregung.

Klare Struktur der praktischen Prüfung

  • Am vereinbarten Prüftreffpunkt kommt der Prüfer auf Sie und Ihren Fahrlehrer zu.
  • Zuerst finden die Begrüßung und die Feststellung Ihrer Personalien statt, also den Personalausweis oder Pass griffbereit halten
  • Dann erfolgt idR die Sicherheitskontrolle am Fahrzeug, mit dem Sie die Prüfung absolvieren
  • Danach erläutert der Prüfer, wie er sich den Ablauf vorstellt und wünscht Ihnen viel Erfolg 

Die Prüfungsfahrt beinhaltet

  • Grundfahraufgaben (Einparken, Gefahrbremsung etc.)
  • eine Strecke innerhalb geschlossener Ortschaften
  • eine Strecke außerhalb geschlossener Ortschaften und oder Autobahnabschnitte
  • und eine Abschlussbesprechung
  • nach ca. 45 Minuten (z.B. bei der Klasse B) wissen Sie, ob Sie sich freuen können oder noch ein wenig üben müssen

Die Unbekannten in der praktischen Prüfung

Die Strecke

Der Prüfer wählt die Strecke nach den vorgegebenen Kriterien der Prüfungsrichtlinie und lässt dabei die Straßen- und Verkehrsverhältnisse in seine Wahl mit einfließen.

Während Ihrer Fahrausbildung haben Sie alles gelernt, was in den unterschiedlichsten Situationen wichtig ist. Wenn Sie also in unbekannte Gebiete fahren, ist das kein Grund zur Nervosität. Im Gegenteil, der Mensch verhält sich in unbekannten Situationen noch umsichtiger und aufmerksamer als in bekannter Umgebung und das kann für Sie nur von Vorteil sein.

Andere Verkehrsteilnehmer

Sie haben gelernt, vorausschauend zu fahren und genau das hilft Ihnen, in den meisten kritischen Situationen das Richtige zu tun. Wenn das dann nicht ganz so perfekt ausgeführt wird, wie ein Profi das täte, hat der Prüfer Verständnis dafür. Achten Sie, wie in der Fahrausbildung stets darauf, dass Sie ein eigenständiger Verkehrsteilnehmer sind. Wenn andere etwas vormachen, muss das nicht immer richtig sein. Greifen Sie einfach auf das zurück, was Ihnen Ihr Fahrlehrer beigebracht hat. Dichten Sie nichts hinzu und lassen Sie nichts aus, dann klappt es schon.

Ihre Aufregung

Die Aufregung vor einer Prüfung ist etwas ganz Normales. Sie sollte den Körper jedoch nicht in der Art beherrschen, dass kein klarer Gedanke mehr gefasst werden kann. Ihr Fahrlehrer wird Sie auf die Prüfungssituation vorbereiten. Die Prüfer sind im Umgang mit Ihrer Nervosität geschult und haben Verständnis für ein wenig weiche Knie.

Die zehn "Todsünden" oder was bei der praktischen Prüfung lieber nicht passieren sollte

Trotz sonst guter Leistungen ist die Prüfung als nicht bestanden zu bewerten und soll beendet werden, wenn ein erhebliches Fehlverhalten festgestellt worden ist. Dabei handelt es sich um:

  1. Gefährdung oder Schädigung
  2. Grobe Missachtung der Vorfahrt- und Vorrangregelung
  3. Nichtbeachten von „Rot“ bei Lichtzeichenanlagen oder entsprechenden Zeichen eines Polizeibeamten
  4. Nichtbeachten der Vorschriftseichen
    • Z 206 STOP-Schild
    • Verkehrsverbote (Z 250 bis Z 266) ohne Zusatzschild, wie z.B. „Anlieger frei“
    • Z 267 Verbot der Einfahrt
  1. Nichtbeachten anderer Vorschriftszeichen mit Folge einer möglichen Gefährdung
  2. Verstoß gegen das Überholverbot
  3. Vorbeifahren an Schul- und Linienbussen, die mit Warnblinklicht an Haltestellen halten, mit   einer Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h
  4. Endgültiges Einordnen zum Linksabbiegen auf Fahrstreifen des Gegenverkehrs
  5. Fahrstreifenwechsel ohne Verkehrsbeobachtung
  6. Fehlende Reaktion bei Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen

 

 

Tipps des TÜV HANSE zur Fahrerlaubnisprüfung